Biographie

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Kitty Kat Biografie

Kunst bedeutet Mut. Kunst bedeutet Leben. Kunst bedeutet Veränderung. Und Künstler zu sein bedeutet den Mut aufzubringen, sich der Veränderung des Lebens zu stellen und dieser Veränderung in kreativer Art und Weise Ausdruck zu verleihen.

Kitty Kat hat diesen Umstand von Anfang an verstanden, hat ihn als Vollblutkünstlerin verinnerlicht. Und so spielgelt sich ihre persönliche Entwicklung als Mensch auch stets in einer künstlerischen Transformation wider, durch die sich die 31-jährige stets gegen jegliche Form voreingenommener Schubladisierung erfolgreich zur Wehr setzen konnte. Von einer maskierten Projektionsfläche für erotische Teenagerfantasien hat sie sich binnen kürzester Zeit zum einzigen ernstzunehmenden Female-MC im hiesigen Rap-Game gemausert, hat sämtlichen Skills stets eine betont weibliche Komponente entgegengesetzt und mit Inhalten unterfüttert; etwas, das der deutschen HipHop-Szene viel zu lange gefehlt hat.

Auf ihrem neuen Album „Kattitude“ beweist Kitty Kat nun noch einmal in aller Deutlichkeit, wie sehr sie nicht nur Rapperin, sondern vor allem Künstlerin ist. So stellt sie ihren nach wie vor versiert vorgetragenen Raps beeindruckende Gesangsparts zur Seite, schraubt ihre Punchline-Dichte bewusst herunter, um sie gegen eine ergreifende Deepness einzutauschen, die ihr als gewachsene Künstlerin und 31-jährige Frau voller Selbstbewusstsein und Stärke ganz hervorragend zu Gesicht steht. Eine Deepness, die ihren Mut beweist, sich der Veränderung des Lebens zu stellen; und zwar auf eine erwachsene Art und Weise, wie es ihr zu Beginn ihrer Karriere aufgrund mangelnder Erfahrung einfach noch nicht möglich gewesen wäre.

Geboren ist Kitty Kat 1982 als Katharina Löwel in Berlin, aufgewachsen ist sie im beschaulichen Augsburg. Als sie 2003 in ihre Heimatstadt zurückkehrte, verwandelte sie sich während des nächtlichen Streunens durch die dunklen Gassen der Hauptstadt in Kitty Kat – der Moment, auf den sie bereits ein halbes Leben gewartet hatte, seit sie mit 12 Jahren erstmals spürte, dass in ihr eine Rapperin, eine Entertainerin, eine Künstlerin schlummert. Früher haben die Jungs über ihre Baggy Pants gelacht, über die Timbaland-Boots und über die viel zu weiten XXXL-Shirts. Aber das Mädchen, das sie Kat nannten, hat sich davon nicht beirren lassen und sich durch Ehrgeiz, Elan und Beharrlichkeit ihren Platz im Showgeschäft erarbeitet.

 

“So richtig mit Rap angefangen habe ich mit 14, nur so für mich. Ich hatte nie jemanden, mit dem ich das machen konnte, das war eine Leidenschaft, die ich für mich selbst entwickelt habe. Weil mich meine Mutter alleine erzogen hat, war ich nachmittags immer allein Zuhause und hab mir meine Zeit damit vertrieben, in mein Büchlein zu schreiben und dabei meine Gefühle zu verarbeiten, generell einfach alles rauszulassen. Das war meine Welt. Und irgendwann stand fest, ich will das zu meinem Beruf machen, Musikerin werden. In Augsburg ging nicht viel, also hieß es für mich, Sachen packen und ab nach Berlin. Für mich war klar, ich will nicht Klinken putzen. Die Leute sollten zu mir kommen. Ich musste also so gut werden, dass ich die nötige Aufmerksamkeit bekomme.”

Diese Aufmerksamkeit wurde ihr ohne Frage zuteil, doch der Weg dorthin war nicht immer leicht. Die amerikanische Rap-Legende Tim Dog musste ihr zunächst einmal ausreden, weiterhin auf Englisch zu rappen. Kein einfacher Schritt für eine Frau, die mit den Großen des Games, mit Biggie Smalls und Missy Elliot, aufgewachsen ist – aber sie ließ sich überzeugen. Durch den befreundeten Rapper KC Da Rockee kam Kitty Kat in Berlin eines Tages mit dem Produzenten Paul NZA zusammen, in dessen Studio sie schließlich Fler, Sido und all die anderen Aggro-Jungs kennen lernte. Der Rest ist Geschichte.

Zwischen 2005 und 2008 brachte es Kitty Kat auf knapp 50 Veröffentlichungen - Features, Solotracks, Compilation- und Mixtape-Beiträge. Vor allem ihre Guestspots auf den beiden Sido-Alben „Ich“ sowie „Ich und meine Maske“ und ihre Tracks auf der “Aggro Ansage Nr.8” sorgten dafür, dass Kitty Kat zu dieser Zeit in aller Munde war und ihr Debütalbum „Miyo!“ zu einem der sehnlichst erwarteten Rap-Platten des Jahres 2009 wurde. Darauf ging es ihr vor allem darum, dem einzig wirklich etablierten Frauenbild im HipHop, der Bitch, etwas Positives entgegenzuhalten – und das ist ihr auf dem Longplayer ohne Frage gelungen.

Auf ihrem Nachfolgealbum „Pink Mafia“ von 2011 hat Kat dann noch mal einen draufgesetzt und ihr Standing weiter gefestigt. Dennoch war zu spüren, dass die Platte vor allem eine Spielwiese war um sich auszuprobieren und den Übergang zu ebnen für eine Transformation, die auf „Kattitude“ nun vollends vollzogen wurde – von der bloßen Rapperin Kitty Kat hin zur gewachsenen Künstlerin, die mühelos in der Lage ist, sämtliche Facetten ihres Frau-seins in musikalische Formen zu gießen; die mit ihren Tracks zu einem generationsübergreifenden Sprachrohr und Vorbild für junge Mädchen und gestandene Frauen geworden ist; und die mutig genug ist, sich der Veränderung des Lebens zu stellen und dieser Veränderung in kreativer Art und Weise Ausdruck zu verleihen. Eine echte Künstlerin eben.